Schadensermittlung - Zwei Beispiele aus der Praxis

Das erste Beispiel

Aufgrund eines Schwelbrandes bei Bauarbeiten wurde das Rechenzentrum einer Kommunalbehörde mit Ruß verschmutzt. Die Gerätehersteller sahen einen Totalschaden in 5-stelligen Bereich und den Verfall jeglicher Gewährleistung.

Sie können sich das Dilemma der Verantwortlichen bestimmt vorstellen:

  • Wie soll man das Rechenzentrum sicher weiterbetreiben, wenn doch ein Totalschaden vorliegt?
  • Müsste nicht alles stillgelegt werden, um eine Migration auf neue Geräte nicht zu gefährden?
  • Wie hoch ist denn der Schaden – ist vielleicht doch noch etwas zu retten?

Daraufhin hat man mich hinzugezogen:

Meine erste Handlung bestand darin, das Ausmaß des Schadens festzuhalten. Dabei wurden sämtliche Geräte anhand einer Inventarliste katalogisiert und deren Existenz zum Zeitpunkt des Schadens für die Versicherungen bestätigt.

Danach suchte ich für den Auftraggeber einen öffentlich bestellten und vereidigten Chemiker, welcher Proben entnahm und analysierte, daraus den zu erwartenden Schadensverlauf ableitete und geeignete Reinigungsmethoden nannte.

Aufgrund des chemischen Gutachtens wurden erfahrene Spezialreinigungsfirmen kontaktiert.

Das Ergebnis:

In meinem abschließenden Gutachten kam ich zu dem Schluss, dass die Geräte des Rechenzentrums durch diese Maßnahmen keine nachweislichen Schäden davontragen würden. Dieser Meinung schlossen sich die Hersteller letztlich an, so dass schnell und kostengünstig der „Totalschaden“ vermieden wurde.

Stellen Sie sich vor, welche Kosten auf Betreiber und Versicherungen zugekommen wären ohne das Hinzuziehen eines Sachverständigen. Wobei es in solchen Fällen nicht nur um irgendeine weitere Meinung geht.

 

Das zweite Beispiel

In einem universitären Rechenzentrum brach nachts der Doppelboden ein, und zwei Server-Schränke mit ca. 20 Servern und insgesamt über 70 Festplatten in RAID-Arrays stürzten im laufenden Betrieb einen halben Meter tief auf Beton, fielen dabei nach vorne und demolierten umstehende Geräte und Tische - ein spektakuläres Bild der Verwüstung!

Bereits am nächsten Tag wurde der Boden zunächst von einem öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen für Böden begutachtet, danach wurde der äußerliche Schaden an der Hardware von mir dokumentiert. Der Hersteller hatte inzwischen den Verfall der Garantie bestätigt und die Kosten für Ersatzgeräte auf mehrere Millionen Euro beziffert, bei Lieferzeiten von mehreren Tagen bis Wochen. Die Anwender konnten jedoch nicht so lange warten, da wichtige Forschungsarbeiten kurz vor dem Abschluss standen.

Da mir nach dem Aufrichten der jeweils eine halbe Tonne wiegenden Server-Schränke auffiel, dass die eigentlichen Server durch eine "Knautschzone" der Schränke keinerlei äußere Schäden aufwiesen, wurde die neuerliche Inbetriebnahme der Geräte vorgeschlagen - zunächst ohne, dann mit Festplatten. Unter meiner Aufsicht und von mir dokumentiert, wurden die Server über Nacht systematisch einzeln in Betrieb genommen und ersten Tests unterzogen. Dabei gab es keinen einzigen Ausfall an Hardware zu verzeichnen. Lediglich einem Server musste seine letzte Sicherung aufgespielt werden, weil dessen Platten beim Aufprall gerade geschrieben hatten.

Nach dieser erfolgreichen Nachtaktion habe ich in meinem Gutachten ein Verfahren aufgezeigt, um mit der Bevorratung von ausfallkritischer Hardware etwaigen Langzeitfolgen zu begegnen. Nach einem Wochenende mit Stresstests konnten die Server - wenn auch in verbeulten Schränken - wieder in Betrieb genommen werden.

Sie können mich im Schadensfall gerne anrufen.